Fruchtbarkeitstests

Fruchtbarkeitstests: Aussagekräftige Diagnose oder grobe Orientierung?

Vom Familienstand über berufliche Ziele bis hin zur finanziellen Situation müssen bei der Familienplanung vielerlei Aspekte berücksichtigt werden. Ein wesentlicher Faktor wird hierbei jedoch häufig außer Acht gelassen: das Alter. Schließlich nimmt die Zahl der vorhandenen Oozyten (Eizellen) in den Eierstöcken einer Frau im Laufe des Lebens immer weiter ab. Die Chancen auf eine Schwangerschaft sinken ab einem bestimmten Alter sogar recht rasant. Wird die Familiengründung zu lange aufgeschoben, kann die Entscheidung für ein eigenes Kind unter Umständen zu spät kommen. Fruchtbarkeitstests können hier helfen.

Ovarielle Reserve als Fruchtbarkeitsindikator

Über wie viele Eizellen eine Frau verfügt, steht schon bei ihrer Geburt fest. Wenn sie das Licht der Welt erblickt, sind im Durchschnitt etwa eine Million Oozyten vorhanden. Von diesem Moment an sinkt diese Zahl allerdings stetig. Zu Beginn der Pubertät beträgt die sogenannte ovarielle Reserve noch etwa 400.000 Eizellen. Dieser Bestand wird nicht durch neugebildete Zellen aufgefüllt. Zwar konnten amerikanische Wissenschaftler nachweisen, dass einzelne Eizellen aus Stammzellen hervorgehen, sicher ist aber auch, dass die Follikel, in denen die Eizellen heranreifen, zwischen dem 45. und 50. Lebensjahr aufgebraucht sind. Die dann einsetzenden Wechseljahre beenden somit die fruchtbare Lebensphase einer Frau. Allerdings können Eizellen aus verschiedenen Gründen auch bei jüngeren Frauen verfrüht zur Neige gehen.

Um herauszufinden, wie es um die Eizellreserve – und damit um die Fruchtbarkeit – bestellt ist, besteht die Möglichkeit, Fruchtbarkeitstests durchführen zu lassen. Diese sollen durch eine Art Eizelleninventur Klarheit darüber verschaffen, wie lange Frauen die Familienplanung aufschieben können. Allerdings sollte man sich vorher ganz sicher sein, ob man dieses Wissen tatsächlich erlangen möchte. Unter Umständen kann das Testergebnis nämlich auch Druck und Torschlusspanik auslösen. Hinzu kommt, dass die Tests auf unterschiedliche Weise interpretiert werden können.

Falls Sie unentschlossen sind, kann es helfen, einen Blick auf den Ablauf und die Aussagekraft von Fruchtbarkeitstests zu werfen.

Das passiert bei Fruchtbarkeitstests

Ein Fertilitätstest, der sowohl bei Frauenärzten und -ärztinnen als auch in Kinderwunschzentren durchgeführt werden kann, besteht aus einer Blutentnahme und Ultraschalluntersuchungen. Erstere soll das Anti-Müller-Hormon (AMH) im Blut nachweisen. Es wird in den Eierstöcken gebildet und beeinflusst die Entwicklung der Follikel. Ein hoher AMH-Wert weist daher auf eine große Eizellreserve hin. Zudem werden bei Ultraschallaufnahmen die vorhandenen Antralfollikel gezählt, aus denen sich die Eibläschen entwickeln. Die Ergebnisse beider Untersuchungen sollen zeigen, wie lange eine Frau auf natürliche Weise schwanger werden kann.

Tests sind nicht unfehlbar

Meist entscheiden sich Frauen für die Durchführung des Tests, um ihr Leben besser planen zu können und den perfekten Zeitpunkt für eine Schwangerschaft festzulegen. Allerdings besteht auch die Möglichkeit, dass die Ergebnisse hohen Stress verursachen. Vor allem, wenn der Frau in der aktuellen Lebenssituation kein Partner zur Seite steht, entwickelt sich oft ein enormer Druck, der für das Eintreten einer Schwangerschaft nicht förderlich ist.

Frauen sollten sich jedoch nicht durch Fruchtbarkeitstests verängstigen lassen. Selbst wenn eine geringe Eizellreserve festgestellt wird, müssen Patientinnen den Kinderwunsch nicht resigniert fallen lassen. Die Tests sind nämlich nicht unfehlbar. Zudem können die Untersuchungen nur ungefähre Aussagen über die Fruchtbarkeit liefern. Schließlich sind die Schwangerschaftschancen von weiteren Faktoren wie dem Lebensstil oder der Samenqualität des Mannes abhängig. Darüber hinaus verfälschen hormonelle Verhütungsmittel wie die Antibabypille das Ergebnis, da sie den AMH-Spiegel um circa ein Drittel senken können. Deshalb sollten Testergebnisse eher als grobe Orientierung und nicht als eine in Stein gemeißelte Diagnose interpretiert werden.

Einsatz von Fruchtbarkeitstests im Rahmen von Kinderwunschbehandlungen

Im Rahmen einer künstlichen Befruchtung können Fruchtbarkeitstests jedoch eine wertvolle Hilfe sein. Auf Basis der Ergebnisse lässt sich nämlich ein individueller Behandlungsplan erstellen, der die Bedürfnisse der jeweiligen Patientin berücksichtigt. Außerdem geben die Tests Auskunft darüber, wie die Hormontherapie dosiert werden muss und wie viele Eizellen anschließend ungefähr heranreifen können.

Ein negativer Befund muss daher nicht das Ende der

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