Schwangerschaftstest

Warum der Schwangerschaftstest zehn Tage warten muss

Ob eine künstliche Befruchtung erfolgreich war, lässt sich erst einige Tage nach dem Eingriff sicher feststellen. Doch weshalb ist eine Wartezeit vor dem Schwangerschaftstest überhaupt notwendig? Und was passiert in dieser Phase eigentlich im Körper der Patientin? Antworten auf diese Fragen haben wir im Folgenden für Sie zusammengestellt.

Eine Kinderwunschbehandlung ist für die meisten Patientinnen und Patienten eine sehr aufregende und emotionale Zeit. Zuversicht, Hoffnung und Vorfreude wechseln sich dabei in der Regel mit Ängsten und Ungewissheit ab. Als besonders belastend empfinden viele Menschen die Phase zwischen der künstlichen Befruchtung und dem Schwangerschaftstest. Zehn Tage dauert es, bis feststeht, ob die Kinderwunschbehandlung erfolgreich war und die ersehnte Schwangerschaft wirklich eingetreten ist. Das bange Warten auf die erlösende Nachricht lässt die meisten Patientinnen und Patienten nicht zur Ruhe kommen. Viele fragen sich, warum diese Wartezeit überhaupt notwendig ist. In dieser Situation kann es helfen, sich mit den Vorgängen auseinanderzusetzen, die in dieser Phase im Körper ablaufen.

Bedeutung des hCG-Wertes

Bei der künstlichen Befruchtung setzen wir befruchtete Eizellen (In-vitro-Fertilisation) oder Samenzellen des Mannes (Insemination) in die Gebärmutter der Frau ein. Damit anschließend eine Schwangerschaft entsteht, muss sich der Embryo, der nach der Verschmelzung von Samen- und Eizelle durch Zellteilung entsteht, in der Gebärmutterschleimhaut einnisten. Gelingt dieser Schritt, sondert die äußere Zellschicht des Embryos das Hormon hCG (humanes Choriongonadotropin) ab. Dieses sogenannte „Schwangerschaftshormon“ gelangt dann über die Nieren in die Blutbahn und in den Urin. Durch die Messung des hCG-Spiegels lässt sich daher zuverlässig feststellen, ob die gewünschte Schwangerschaft eingetreten ist.

Schwangerschaftstest zum richtigen Zeitpunkt

Circa zehn Tage nach der Einnistung kann hCG im Blut und nach etwa zwei Wochen im Urin nachgewiesen werden. Daher ist es wichtig, Schwangerschaftstests zum richtigen Zeitpunkt durchzuführen. Werden die Blut- oder Urinwerte zu früh ermittelt, könnte das Hormon noch nicht nachweisbar sein. Der Test fällt dann fälschlicherweise negativ aus, obwohl eine Einnistung stattgefunden hat.

Um ein zuverlässiges Ergebnis zu erhalten, sollte der Schwangerschaftstest von der behandelnden Kinderwunschklinik oder in einer gynäkologischen Praxis erfolgen.

Falsch positive Ergebnisse

Manchmal kommt es vor, dass der Schwangerschaftstest positiv ausfällt, obwohl sich der Embryo nicht einnisten konnte. Das ist beispielsweise möglich, wenn eine Eileiterschwangerschaft vorliegt. Das heißt, dass sich der Embryo außerhalb der Gebärmutter eingenistet hat.

Als Ursache für ein falsches Ergebnis kann manchmal auch ein sogenanntes Windei ausgemacht werden. In diesem Fall entwickelt sich der Embryo, bestehend aus Plazenta und Fruchthöhle, nach der Einnistung nicht weiter. Die Fruchthöhle bleibt somit leer.

Vorliegen könnte auch eine biochemische Schwangerschaft, bei der der Embryo von der Gebärmutter abgestoßen wird und eine Fehlgeburt eintritt.

In seltenen Fällen sorgen Ovarialzysten für falsche positive Ergebnisse.

Ungewöhnliche hCG-Werte

Die Höhe der hCG-Werte gibt ebenfalls Hinweise auf Unregelmäßigkeiten. Dieser beträgt bei nichtschwangeren Frauen weniger als 4 U/l. Stellt sich eine Schwangerschaft ein, steigt diese Zahl schnell an. In der zweiten Schwangerschaftswoche liegt der Wert in der Regel schon zwischen 50 und 500 U/l und erhöht sich bis zur 15. Woche immer weiter. Anschließend sinkt der Wert wieder ab.

Wird beim ersten Schwangerschaftstest ein sehr niedriger Wert zwischen 5 und 25 U/l ermittelt, sollte der Test nach 48 Stunden wiederholt und die Entwicklung des Hormonspiegels analysiert werden. Weitere Untersuchungen sollten folgen, um eine Schwangerschaft zweifelsfrei feststellen zu können. Eine überdurchschnittlich hohe hCG-Konzentration kann darauf hindeuten, dass sich gleich zwei Embryonen eingenistet haben.

Hundertprozentige Sicherheit bringen letztlich nur Ultraschalluntersuchungen, die etwa ab der sechsten Schwangerschaftswoche ebenfalls in der behandelnden Einrichtung oder beim behandelnden Gynäkologen durchgeführt werden können.

Ängste durch persönliche Betreuung mindern

Nur wer das scheinbar endlose Warten auf die Testergebnisse bereits selbst erlebt hat, weiß, wie belastend diese Achterbahnfahrt der Gefühle sein kann. Aus diesem Grund ist die Unterstützung der Patientinnen und Patienten ein wichtiges Anliegen unseres Kinderwunschzentrums. Durch eine umfassende Betreuung versucht unser Team, die Ängste zu mindern und die Wartezeit erträglicher zu gestalten.

Sie möchten mehr über die Kinderwunschbehandlung bei IVF Baden-Baden erfahren? Unser Team beantwortet Ihnen gerne alle Fragen rund um den Behandlungsablauf und die Embryonalentwicklung. Vereinbaren Sie einfach einen unverbindlichen Beratungstermin. Sie erreichen unser Servicecenter unter der Telefonnummer 07221-7021701.