Endometriosis IVF Baden-Baden

Endometriose: Wenn die Menstruation zur Qual wird

Starke Schmerzen und eine ungeklärte Unfruchtbarkeit können Anzeichen einer Endometriose sein. Aufgrund eines fehlenden gesellschaftlichen Bewusstseins und der schwierigen Diagnosestellung bleibt die gynäkologische Erkrankung allerdings häufig unerkannt. Doch es gibt Hoffnung: Innovative Diagnose- und Therapieverfahren können Linderung verschaffen und auch in fortgeschrittenen Stadien eine Schwangerschaft ermöglichen.

Wenn Frauen die Diagnose Endometriose erhalten, liegt meist ein langer Leidensweg hinter ihnen. Quälende Unterleibsschmerzen während der Menstruation, wiederkehrende Bauch- und Rückenschmerzen, Zwischenblutungen oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sind charakteristische Symptome der tückischen Unterleibserkrankung, die das Leben betroffener Patientinnen stark einschränken kann.

„Unter einer Endometriose versteht man eine chronische, gutartige Erkrankung der inneren weiblichen Geschlechtsorgane“, erklärt Prof. Dr. med. Wolfgang Küpker, ärztlicher Direktor des IVF Baden-Baden Kinderwunschzentrums. „Im Normalfall wird die Gebärmutterschleimhaut während der Menstruation abgestoßen. Liegt eine Endometriose vor, verwächst sie jedoch mit anderen inneren Organen wie der Gebärmutterwand, dem Eileiter, der Eierstöcke, dem Darm, der Blase oder dem Bauchfell und beginnt dort zu wuchern. Die Ursachen konnten wissenschaftlich bisher noch nicht eruiert werden.“

Endometriose bleibt häufig unerkannt

Schätzungen zufolge sind hierzulande circa 2.000.000 Frauen an Endometriose erkrankt. Das heißt, jede siebte bis achte Frau in Deutschland ist betroffen. Obwohl die Endometriose damit zu den häufigsten gynäkologischen Erkrankungen gehört, bleibt sie bei vielen Frauen lange unerkannt.

Nicht selten werden die Beschwerden mit Regelschmerzen verwechselt oder einfach nicht ernst genommen. Von Freunden, Familienangehörigen oder Ärzten wird betroffenen Frauen oft gesagt, dass der Schmerz während der Periode nicht ungewöhnlich sei. „Stell dich nicht so an“ oder „Das ist ganz normal“, heißt es dann oft. Hinzu kommt, dass sich die Erkrankung nur schwer diagnostizieren lässt. Schuld daran sind vor allem die uncharakteristischen Beschwerden, die in ungleichmäßiger Ausprägung auftreten können. Studien haben gezeigt, dass vom Beginn der Erkrankung bis zur Diagnose häufig mehr als zehn Jahre vergehen.

Breites Spektrum an Diagnose- und Behandlungsverfahren

Die gute Nachricht: Das Bewusstsein für die Endometriose in der Gesellschaft steigt. Zudem konnten in den vergangenen Jahren bedeutende Fortschritte in den Bereichen Diagnostik und Behandlung erreicht werden.

Die Diagnose wird in der Regel mithilfe einer diagnostischen Bauchspiegelung (Laparoskopie) gestellt. Dabei erfolgt ein kleiner Schnitt in die Bauchdecke, durch den der Arzt ein Endoskop einführen und Endometrioseherde identifizieren kann. Der Eingriff wird unter Vollnarkose durchgeführt. In manchen Fällen kann auch eine Magnetresonanztomographie (MRT) notwendig sein.

Innovative Instrumente sowie eine Erweiterung des medikamentösen Behandlungsspektrums bieten außerdem neue Therapiemöglichkeiten, mit deren Hilfe sich in vielen Fällen eine Linderung oder sogar eine vorübergehende Beseitigung der Beschwerden erreichen lässt. Je nachdem, in welchem Stadium die Diagnose erfolgt, ist eine medikamentöse Therapie oder eine Operation, bei der Endometrioseherde entfernt werden, notwendig. Bei manchen Patientinnen kann auch eine Kombination aus beiden Behandlungsformen ratsam sein.

Heilbar ist die Erkrankung bisher aber noch nicht; häufig treten die Beschwerden zu einem späteren Zeitpunkt nach der Behandlung wieder auf und müssen gegebenenfalls erneut operativ behandelt werden.

Unfruchtbar durch Endometriose?

Nicht selten erfahren betroffene Frauen erst von ihrer Erkrankung, wenn sie nach den Gründen für einen unerfüllten Kinderwunsch suchen. „Untersuchungen haben gezeigt, dass eine Endometriose auch zu Unfruchtbarkeit führen kann“, sagt Prof. Dr. Küpker. „Die Erkrankung kann beispielsweise das Immunsystem schwächen oder Entzündungen im Bauch verursachen, durch die sich Eileiterfunktion und Eieinnistungsvorgänge verändern. Die Folge ist eine verminderte Fertilität.“ Allerdings müsse bedacht werden, dass neben der Endometriose weitere Gründe für eine ungewollte Kinderlosigkeit vorliegen können. Die Bedeutung der einzelnen Faktoren sollte genau analysiert werden, um die geeignete Reihenfolge der Therapieschritte festlegen zu können.

Therapiemöglichkeiten für Patientinnen mit Kinderwunsch

Grundsätzlich gelten eine präzise Diagnostik und häufig eine operative Entfernung der Endometrioseherde als Notwendigkeit für den Erhalt der Fruchtbarkeit. „Wird die Erkrankung erst in einem fortgeschrittenen Stadium erkannt, ist es möglich, dass auch andere Organsysteme betroffen sind. Die dabei entstehenden Schäden können ebenfalls für eine Fertilitätsreduktion verantwortlich sein“, erklärt der Gynäkologe.

Besteht ein Kinderwunsch, sei es möglich, eine Operation mit der assistierten Reproduktion (IVF) zu kombinieren. „In einigen Fällen ist die IVF auch ohne operative Therapie möglich.“

Welche Therapieform gewählt wird, hängt letztlich von verschiedenen Faktoren wie dem Alter der Patientin, dem Zustand des Eileiters, der Infertilitätsdauer, der Art und dem Ausmaß der Endometriose, der Schwere der Symptome und den Patientenbedürfnissen ab.

Durch Kryokonservierung eine spätere Schwangerschaft ermöglichen

Bei jungen Frauen ohne aktuellen Kinderwunsch, bei denen die Endometriose im Frühstadium diagnostiziert wird und bei denen eine spätere Fertilitätsreduktion erwartbar ist, könnten präventive Maßnahmen sinnvoll sein. So besteht beispielsweise die Möglichkeit, durch eine Kryokonservierung von befruchteten und unbefruchteten Eizellen vorzusorgen und trotz Erkrankung die Voraussetzungen für eine spätere Schwangerschaft zu schaffen.

Sie möchten mehr über die Therapieformen und Behandlungsmöglichkeiten bei Endometriose erfahren? Das IVF-Kinderwunschzentrum Baden-Baden ist auf die Diagnose und Behandlung der Erkrankung spezialisiert und beantwortet Ihnen gerne Ihre Fragen. Vereinbaren Sie einfach einen unverbindlichen Beratungstermin. Sie erreichen unser Servicecenter unter der Telefonnummer 07221-7021701.