Implantationsversagen: Was tun, wenn eine Kinderwunschbehandlung fehlschlägt?

Schon vor Beginn einer Kinderwunschbehandlung werden viele Patientinnen und Patienten mit zahlreichen Emotionen konfrontiert. In die Hoffnung und Vorfreude auf die ersehnte Familiengründung mischt sich oft auch die Angst vor einer Enttäuschung. In dieser Situation geht betroffenen Männern und Frauen meist eine quälende Frage durch den Kopf: Was passiert, wenn die Kinderwunschbehandlung fehlschlägt?

Tatsächlich kann niemand versprechen, dass beim ersten Versuch eine Schwangerschaft eintritt. Schließlich ist jeder Fall anders. Eines ist aber sicher: Es gibt verschiedene reproduktionsmedizinische Verfahren, Diagnoseuntersuchungen und Behandlungsmöglichkeiten, die die Chance auf eine Schwangerschaft erhöhen und Komplikationsrisiken senken können.

Welche Schritte unternommen werden können, wenn eine Kinderwunschbehandlung fehlschlägt, haben wir im Folgenden für Sie zusammengefasst.

Embryonalentwicklung im Geri®-Inkubator

Der Erfolg einer Kinderwunschbehandlung hängt in hohem Maße von der Qualität der Embryonenkultur ab, die durch das Zusammenführen von Eizellen und Spermien im Labor entsteht. Um den Embryo auswählen zu können, der sich am besten für einen Transfer in die Gebärmutter der Patientin eignet, setzen wir im IVF Baden-Baden den Geri®-Inkubator ein. Mithilfe der integrierten Time-Lapse-Technik können wir die Embryonen bei ihrer Entwicklung vom Eizell- bis zum Blastozystenstadium kontinuierlich beobachten. Das Gerät nimmt nämlich alle fünf Minuten ein neues Bild von der Embryonenkultur auf und erstellt ein Zeitraffervideo. Auf diese Weise können die Embryonen analysiert werden, ohne dass der Inkubator geöffnet und der Entwicklungsprozess gestört werden muss. So lassen sich die Einnistungsraten und damit auch die Erfolgschancen erhöhen.

Empfänglichkeit der Gebärmutterschleimhaut analysieren

Manchmal kommt es vor, dass sich ein Embryo trotz guter Eizell- und Spermienqualität nach einer künstlichen Befruchtung oder einer In-vitro-Fertilisation nicht einnistet. In dieser Situation kann es sinnvoll sein, die Empfänglichkeit der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) zu untersuchen. Das Endometrium bietet dem Embryo nämlich nur einen kurzen Zeitraum, um sich einzunisten. Dieses sogenannte Einnistungsfenster kann sich jedoch verschieben. In diesem Fall wäre die Gebärmutterschleimhaut der Patientin am Tag des Embryotransfers noch nicht oder nicht mehr rezeptiv. Eine Einnistung ist dann nicht möglich.

Ob ein verschobenes Zeitfenster vorliegt, lässt sich mithilfe des Rezeptivitätstests ER Map® ermitteln. Hierbei handelt es sich um eine genetische Untersuchung, bei der Endometriumzellen analysiert werden, um Aufschluss über das Entwicklungsstadium der Gebärmutterschleimhaut zu erlangen. So kann das optimale Zeitfenster für einen Embryotransfer festgelegt und damit die Einnistungschance erhöht werden.

Erweiterte Spermienanalyse  

Um zu untersuchen, ob die Qualität des Spermas für einen unerfüllten Kinderwunsch verantwortlich ist, wird in der Regel ein sogenanntes Spermiogramm durchgeführt. Dabei werden die Konzentration, die Beweglichkeit und die Morphologie der Spermien in einer Samenprobe bestimmt. Allerdings lassen sich mithilfe einer herkömmlichen Spermienanalyse nicht alle Faktoren untersuchen, die Einfluss auf die Spermienqualität haben. Das IVF Baden-Baden bietet daher ein erweitertes Spermiogramm an. Hierbei handelt es sich um eine detailliertere Untersuchung, die eine Reihe zusätzlicher Tests vorsieht. Dazu zählen unter anderem

  • ein DNA-Fragmentierungstest,
  • eine Untersuchung der Zellapoptose mittels FACS-Annexin-V,
  • ein Y-Chromosom-Mikrodeletionstest,
  • eine Untersuchung des Ploidiegrads und
  • ein Test zur Untersuchung des oxidativen Stresses.

Spermien aus dem Hoden entnehmen  

Wenn aufgrund einer zu geringen Spermienqualität keine Schwangerschaft eintritt oder keine Ejakulation möglich ist, besteht die Option, eine testikuläre Spermienextraktion (TESE) durchzuführen. Dabei handelt es sich um einen minimalinvasiven Eingriff, bei dem das Sperma wie bei einer testikulären Biopsie mithilfe einer Hohlnadel direkt aus dem Hoden des Patienten entnommen wird. Anschließend kann im Labor untersucht werden, ob die Spermien für eine künstliche Befruchtung geeignet sind.

Immunologische Faktoren in Betracht ziehen

Wenn wiederholtes Implantationsversagen auftritt, obwohl die Embryonen qualitativ hochwertig sind und das Einnistungsfenster bestimmt werden konnte, könnten gegebenenfalls immunologische Faktoren als Ursache in Betracht gezogen werden. Schließlich spielt das mütterliche Immunsystem beim Einnistungsprozess eine entscheidende Rolle. Es muss nämlich eine Immuntoleranz gegenüber dem Embryo ausbilden, damit dieser nicht als Fremdkörper eingestuft und abgestoßen wird. Um herauszufinden, ob ein immunologisches Problem besteht, kann das Team des IVF Baden-Baden den Immuntest ImMap® einsetzen. Dafür wird eine Gewebeprobe aus der Gebärmutterschleimhaut mithilfe der Durchflusszytometrie analysiert. Werden Unregelmäßigkeiten erkannt, kann gegebenenfalls eine Immuntherapie zum Einsatz kommen.

Innovative Diagnoseverfahren einsetzen und das Wohlbefinden fördern

Diese und viele weitere Verfahren können das medizinische Team des IVF Baden-Baden dabei unterstützen, den Ursachen eines Implantationsversagens oder einer Fehlgeburt auf den Grund zu gehen. Patienten und Patientinnen müssen ihren Traum vom eigenen Baby also nicht unbedingt aufgeben, wenn ein Schwangerschaftstest nach einer Kinderwunschbehandlung negativ ausfällt. In vielen Fällen können die Gründe für eine ausbleibende Schwangerschaft mithilfe innovativer Diagnoseverfahren erkannt und Lösungen aufgezeigt werden.

Gleichzeitig setzen wir alles daran, dass sich unsere Patientinnen und Patienten bei uns wohlfühlen. Schließlich sind wir überzeugt davon, dass das Wohlbefinden eine große Rolle für den Erfolg einer Kinderwunschbehandlung spielt. Deshalb werden alle Patientinnen und Patienten von einem spezialisierten persönlichen Assistenten betreut, der ihnen bei aufkommenden Fragen oder in belastenden Situationen zur Seite steht. Außerdem sind unsere Spezialisten und Spezialistinnen gerne dabei behilflich, Stress zu reduzieren und Entspannung zu fördern.

Sie haben bereits eine fehlgeschlagene Kinderwunschbehandlung hinter sich? Welche Diagnoseverfahren bei der Ursachensuche helfen können, erläutern wir gerne im Rahmen eines unverbindlichen Beratungsgespräches. Vereinbaren Sie einfach einen Termin unter der Telefonnummer 07221 7021701 oder nutzen Sie unser Kontaktformular.