Frauen, die keinen dringenden Kinderwunsch hegen, denken meist nicht über die Anzahl oder die Qualität ihrer Eizellen nach – zumindest so lange nicht, bis sie eine Familie gründen möchten. Erst wenn eine Wunschschwangerschaft ausbleibt, wird vielen Frauen bewusst, welche Bedeutung die Eizellreserve für die Fruchtbarkeit hat.

Eizellanzahl im Fokus: Das sollten Sie über Ihre Eizellreserve wissen

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Bedeutung der Eizellreserve für die Fruchtbarkeit

Schon im Mutterleib besitzt eine Frau etwa sechs Millionen Eizellen. Direkt nach der Geburt sinkt diese Eizellreserve bereits um 70 Prozent. Somit bleiben lediglich zwei bis drei Millionen Eizellen übrig. Zudem verlieren Frauen von der Pubertät bis zum Beginn der Menopause jeden Monat während der Menstruation weitere 1.000 Eizellen.

Ab dem 35. Lebensjahr beschleunigt sich der Verlust sogar. Doch nicht nur die Anzahl, sondern auch die Qualität der Eizellen und die damit verbundenen Chancen ein Kind zu bekommen sinken mit zunehmendem Alter.

Wie groß die Eizellreserve einer Frau ist, kann mithilfe einer Ultraschalluntersuchung und eines Bluttests geprüft werden.

AMH-Werte durch Blutuntersuchung bestimmen

Bei der Bestimmung der Eizellreserve spielt vor allem die Konzentration des Anti-Müller-Hormons (AMH) im Blut eine Rolle. Es wird in den Follikeln produziert, in denen die Eizellen heranreifen. Ein niedriger AMH-Wert deutet daher auf eine geringe Eizellreserve hin.

Zählung der Antralfollikel

Mithilfe einer transvaginalen Ultraschalluntersuchung werden außerdem die Antralfollikel gezählt. Dabei kann der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin die Anzahl der sich entwickelnden Follikel in jedem Eierstock erkennen. Auf Basis der Bluttest- und Ultraschallergebnisse lässt sich schließlich eine Schätzung der Gesamtzahl der Eizellen vornehmen.

Um die Eizellreserve zuverlässig bestimmen zu können, müssen beide Untersuchungen durchgeführt werden. In einigen Fällen stimmen die AMH-Werte nämlich nicht mit den Ergebnissen der Ultraschalluntersuchung überein. Tatsächlich ist es möglich, dass trotz niedrigem AMH-Wert beim Ultraschall viele aktive Follikel gesichtet werden.

Schwangerschaftschancen durch zusätzliche Untersuchungen steigern

Sollte sich eine Patientin für eine Kinderwunschbehandlung entscheiden, werden beide Testergebnisse außerdem benötigt, um einen individuellen Behandlungsplan erstellen zu können. Auf den AMH-Wert allein sollte man sich dabei nicht verlassen.

Um ein präzises Ergebnis zu erzielen, führen wir im IVF Baden-Baden an bestimmten Punkten des Menstruationszyklus weitere Tests durch, die Auskunft über die Aktivität der Eierstöcke geben. Mithilfe der Ergebnisse können wir den optimalen Zeitpunkt für den Start der Kinderwunschbehandlung und die dafür notwendige Eierstockstimulation bestimmen.

Zudem sind wir auf Techniken der ovariellen Stimulation spezialisiert. Ein Schwerpunkt unseres Kinderwunschzentrums liegt auf der Follikelvorbereitung vor der Eierstockstimulation sowie auf der Entwicklung von Verfahren zur Verbesserung der Follikelqualität.

Darüber hinaus untersuchen wir weitere Faktoren, die zum Erreichen einer Schwangerschaft beitragen. Dazu gehören zum Beispiel die Empfänglichkeit der Gebärmutterschleimhaut und andere immunologische Faktoren.

Die Bedeutung der Eizellqualität   

Für die Fruchtbarkeit spielt aber nicht nur die Anzahl, sondern auch die Qualität der Eizellen eine Rolle. Eine qualitativ hochwertige Eizelle enthält 23 Chromosomen. Mit zunehmendem Alter der Frau erhöht sich das Risiko, dass Eizellen mit einer höheren oder niedrigeren Chromosomenzahl produziert werden. Diesen abnormen Exemplaren gelingt meist keine Befruchtung. Zudem können Entwicklungsprobleme auftreten. Unter anderem steigt das Risiko für eine Fehlgeburt, für eine erfolglose Kinderwunschbehandlung oder für die Geburt eines Kindes mit einer genetischen Erkrankung wie dem Down-Syndrom.

Die Fruchtbarkeit positiv beeinflussen

Leider gibt es kein diagnostisches Instrument, das uns hilft, die Qualität der Eizellen zu bestimmen. Erst nach der Entnahme im Rahmen einer In-vitro-Fertilisation kann die Qualität analysiert werden. Empfehlenswert ist es aber, schon vorher auf seine Gesundheit zu achten, um die Chancen auf eine Schwangerschaft zu erhöhen. Folgende Maßnahmen können die eigene Fruchtbarkeit positiv beeinflussen:

  • auf eine ausgewogene Ernährung achten,
  • sich regelmäßig bewegen,
  • Über- und Untergewicht vermeiden,
  • das Rauchen aufgeben,
  • den übermäßigen Verzehr von Zucker begrenzen,
  • den Verzehr von Weißbrot vermeiden und
  • industriell verarbeitete Lebensmittel und gesättigte Fette meiden.

Wichtig ist außerdem, den Stresspegel zu reduzieren, da sich dieser negativ auf unsere Fruchtbarkeit auswirken kann. Studien haben nämlich gezeigt, dass Stress die Produktion von Hormonen wie Cortisol und Prolaktin auslöst. Diese können zu einer Störung des Eisprungs führen.

Ärztlichen Rat einholen 

Trotz aller Maßnahmen sinkt mit zunehmendem Alter zwangsläufig die Anzahl der Eizellen. Allerdings können hinter einer ungewollten Kinderlosigkeit auch andere Ursachen stecken. Deshalb ist es sinnvoll, ärztlichen Rat einzuholen, wenn sich ein Kinderwunsch nicht erfüllt. Reproduktionsmediziner und Reproduktionsmedizinerinnen können die Eizellreserve bestimmen und mithilfe einiger Untersuchungen verschiedene Erkrankungen ausschließen. Die Experten und Expertinnen des IVF Baden-Baden empfehlen Patientinnen, die älter als 36 Jahre sind, sich von einem Facharzt oder einer Fachärztin beraten zu lassen, wenn nach sechs Monaten keine Schwangerschaft auf natürlichem Weg erreicht werden konnte.

Sie möchten Ihre Eizellreserve untersuchen lassen? Im Rahmen eines unverbindlichen Beratungsgespräches erläutern wir gerne den Ablauf der dafür notwendigen Untersuchungen. Vereinbaren Sie einfach einen Termin unter der Telefonnummer 07221 7021701 oder nutzen Sie unser Kontaktformular.