Unfruchtbarkeit

Unerklärliche Unfruchtbarkeit: Was tun, wenn Infertilitätsursachen nicht ersichtlich sind?

In puncto Familienplanung scheint bei einigen Paaren auf den ersten Blick alles perfekt zu passen: Sie sind in einem fruchtbaren Alter, erfreuen sich guter Gesundheit, agieren harmonisch miteinander und beherzigen alle gemeinhin bekannten Fruchtbarkeitstipps. Doch selbst wenn die besten Voraussetzungen gegeben sind, kann es vorkommen, dass sich der Kinderwunsch nicht erfüllt. Sogar künstliche Befruchtungen können in einigen Fällen ohne ersichtlichen Grund fehlschlagen. Manchmal bleibt die Ursache einer Unfruchtbarkeit selbst nach gründlichen Untersuchungen ungeklärt.

Mit dieser Situation müssen sich betroffene Paare aber nicht abfinden. Die Reproduktionsmedizin bietet heutzutage zahlreiche Diagnoseverfahren, die in vielen Fällen Klarheit bringen können. Welche Ursachen infrage kommen, wenn keine offenkundigen Gründe für eine Unfruchtbarkeit erkennbar sind, haben wir im Folgenden für Sie zusammengefasst.

Häufig auftretende Infertilitätsursachen  

Wenn es Paaren nach einem Jahr nicht gelungen ist, auf natürliche Weise schwanger zu werden, empfiehlt es sich, sowohl die männlichen als auch die weiblichen Fortpflanzungsorgane zu untersuchen, um häufig auftretende Ursachen einer Unfruchtbarkeit ausschließen zu können. Im Fokus stehen dabei zunächst vier Aspekte:

  • Ovulationsstörungen

Wenn der Eisprung ausbleibt oder nur unregelmäßig stattfindet, ist es beinahe unmöglich auf natürlichem Weg eine Schwangerschaft zu erreichen. Geht der Kinderwunsch nicht in Erfüllung, ist es deshalb notwendig, die Regelmäßigkeit des Eisprunges zu überprüfen und gegebenenfalls wiederherzustellen. Dafür muss der Zyklus der Patientin analysiert und der Hormonspiegel mithilfe von Ultraschalluntersuchungen und Bluttests kontrolliert werden. Liegt eine Unregelmäßigkeit vor, kann in vielen Fällen eine medikamentöse Behandlung erfolgen.

  • Eingeschränkte Durchgängigkeit der Eileiter

Damit Spermien nach dem Geschlechtsverkehr auf die Eizelle treffen und diese befruchten können, müssen die Eileiter durchlässig sein. Das heißt, es muss einen freien Durchgang für beide Geschlechtszellen geben. Ob diese Durchlässigkeit vorhanden ist, kann mithilfe einer Hysterosalpingographie festgestellt werden.

  • Veränderung der Gebärmutterhöhle

Die Hysterosalpingographie kann außerdem zeigen, ob in der Gebärmutterhöhle Zysten oder Endometrioseherde vorhanden sind, die einen Embryo daran hindern könnten, sich einzunisten und sich richtig zu entwickeln.

  • Verminderte Spermienqualität

Bleibt ein Kinderwunsch unerfüllt, sollte ein Spermiogramm durchgeführt werden. Mithilfe dieser Ejakulatanalyse lassen sich nämlich Gründe für eine männliche Unfruchtbarkeit feststellen. Unter anderem werden Faktoren wie Spermienkonzentration, -beweglichkeit und -morphologie untersucht.

Genetische Inkompatibilität

Lassen sich nach den ersten Untersuchungen hormonelle, organische und spermienbedingte Ursachen ausschließen, kann unter bestimmten Umständen eine genetische Inkompatibilität der beiden Partner in Betracht gezogen werden. In diesem Fall passen die KIR-Rezeptoren im Uterus und das HLA-C-Gen des Embryos nicht zusammen. Daraus resultiert eine Abwehrreaktion, die den Prozess der Einnistung beeinträchtigt und somit das Erreichen einer Schwangerschaft verhindert. Dies kann sogar dann der Fall sein, wenn sich bei beiden Partnern eine ausgezeichnete Fruchtbarkeit feststellen lässt.

Ob eine Inkompatibilität vorliegt, kann mithilfe einer KIR- und HLA-C-Genotypisierung untersucht werden. Dafür müssen der Patient und die Patientin eine Blutprobe abgeben, die anschließend im Labor analysiert wird.

Sollte die Genotypisierung den Verdacht einer Unvereinbarkeit von Rezeptoren und Genen bestätigen, stehen verschiedene Behandlungsoptionen zur Verfügung. Unter anderem kann der Patientin eine immunmodulierende Behandlung verschrieben werden.

Verschobenes Einnistungsfenster

Für das Erreichen einer Schwangerschaft ist zudem das Timing entscheidend – vor allem bei einer künstlichen Befruchtung: Ob es einem Embryo gelingt, sich in der Gebärmutter einzunisten und sich gesund zu entwickeln, hängt nämlich nicht nur vom Zustand, sondern auch von der Empfänglichkeit der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) ab. Für die Einnistung bleibt dem Embryo nur ein kleines Zeitfenster, das sich bei manchen Frauen unbemerkt verschiebt. Ob dies der Fall ist, kann mithilfe des Rezeptivitätstests ER Map® festgestellt werden. Hierbei handelt es sich um eine genetische Untersuchung der Gebärmutterschleimhautzellen, die Aufschluss über das Entwicklungsstadium und damit auch über die Empfänglichkeit des Endometriums gibt. Die generierten Informationen helfen Reproduktionsmedizinern und -medizinerinnen dabei, den besten Zeitpunkt für einen Embryotransfer festzulegen und auf diese Weise die Chancen auf eine Schwangerschaft zu erhöhen.

Schlechte Durchblutung der Gebärmutter

Manchmal kommt es vor, dass Patientinnen zwar schwanger werden können, dann aber Fehlgeburten erleiden. Lässt sich keine Ursache für die Aborte ausmachen, kann gegebenenfalls die Durchführung einer Thrombophilie-Untersuchung sinnvoll sein. Dabei wird geprüft, ob die Gebärmutter der Patientin ausreichend durchblutet ist, um die Einnistung und Entwicklung des Embryos zu ermöglichen. Ist dies nicht der Fall, müssen anschließend die Ursachen der schlechten Durchblutung ergründet werden. Erst danach lässt sich ein geeigneter Behandlungsplan erstellen.

Psychische Blockaden  

Nicht unterschätzen sollten Patienten und Patientinnen die Rolle der Psyche für die Erfüllung des Kinderwunsches. In manchen Fällen kommt es zu einer psychologischen Blockade, für die es keine physische Erklärung gibt. Wichtig ist es daher, Anspannung, Druck und Stress so weit wie möglich zu vermeiden und Maßnahmen zu unternehmen, die das eigene Wohlbefinden steigern.

Wer mit dem Gedanken spielt, eine Kinderwunschbehandlung durchführen zu lassen, sollte sich zudem unbedingt für ein Kinderwunschzentrum entscheiden, in dem sich beide Partner wohlfühlen. Eine beruhigende und fürsorgliche Umgebung reduziert nämlich unangenehme Gefühle und erhöht die Erfolgschancen einer Behandlung.

Präzise Diagnosen dank innovativer reproduktionsmedizinischer Verfahren

Dank des rasant voranschreitenden medizinischen Fortschritts können Fertilitätsspezialisten und -spezialistinnen die Ursachen von ausbleibenden Schwangerschaften heutzutage viel häufiger klären als noch vor einigen Jahren. Schließlich stehen mittlerweile innovative Verfahren zur Verfügung, die auch in komplexen Fällen das Stellen einer präzisen Diagnose ermöglichen. Paare, deren Kinderwunsch sich ohne ersichtlichen Grund nicht erfüllen lässt, müssen ihre Hoffnung auf eine Familiengründung daher nicht aufgeben. Möglicherweise kann der Besuch eines Reproduktionsmediziners oder einer Reproduktionsmedizinerin doch noch Gewissheit bringen.

Sie möchten mehr über die im IVF-Baden-Baden eingesetzten Diagnoseverfahren wissen? Im Rahmen eines unverbindlichen Beratungsgespräches beantworten wir gerne Ihre Fragen und versorgen Sie mit allen wichtigen Informationen. Vereinbaren Sie einfach einen Termin unter der Telefonnummer 07221 7021701 oder nutzen Sie unser Kontaktformular.