Rauchentzug für die Familiengründung: Wie Zigarettenkonsum die Fruchtbarkeit beeinflusst

Raucherinnen und Raucher mit unerfülltem Kinderwunsch haben folgenden Ratschlag mit sehr großer Wahrscheinlichkeit schon einmal gehört: Hör mit dem Rauchen auf! Schließlich gilt Zigarettenkonsum als Gesundheits- und Fruchtbarkeitsrisiko. Doch wie sehr beeinflussen die Glimmstängel die Fertilität von Mann und Frau wirklich? Anlässlich des heutigen Weltnichtrauchertages möchten wir im Folgenden auf die schädliche Wirkung des Rauchens aufmerksam machen und aufzeigen, wie ein Entzug bei der Erfüllung des Kinderwunsches helfen kann.

 

Rauchen beeinflusst die Fruchtbarkeit

„Studien haben gezeigt, dass Rauchen die Fruchtbarkeit beeinflusst – und zwar sowohl die von Frauen als auch die von Männern“, erklärt Laura van Os, Laborleiterin des IVF Baden-Baden. „Bei Rauchern dauert es zum Beispiel in der Regel länger, bis eine Schwangerschaft eintritt, als bei Nichtrauchern. Außerdem haben wir festgestellt, dass rauchende Patientinnen, die sich einer künstlichen Befruchtung unterziehen, deutlich niedrigere Implantationsraten haben.“

 

Schadstoffe beeinträchtigen Eierstock- und Spermienfunktion

Dafür verantwortlich sind die Toxine und Schadstoffe, die in Zigaretten enthalten sind. Diese werden über die Blutbahn in die Eierstöcke transportiert, wo sie den Reifungsprozess der Eizellen beeinträchtigen können. Zudem erhöhen die Substanzen das Risiko chromosomaler Anomalien. Hinzu kommt, dass sich durch das Rauchen Gefäße in der Gebärmutter verengen, wodurch die Durchblutung gestört wird. Dies kann wiederum zu Einnistungsstörungen führen und verhindern, dass eine Schwangerschaft eintritt.

Auch die männliche Fruchtbarkeit kann durch das Rauchen in Mitleidenschaft gezogen werden. Die in Zigaretten enthaltenen Toxine haben nämlich negative Auswirkungen auf die Qualität der Spermien und können diese molekular schädigen. Zudem können die Substanzen Genschäden verursachen. „Zu einem kompletten Fruchtbarkeitsverlust führt das Rauchen zwar nicht, allerdings sehen wir bei der Auswertung von Spermiogrammen oft, dass die Spermienparameter wie Konzentration, Motilität und Morphologie bei rauchenden Patienten niedriger sind als bei Nichtrauchern“, sagt die Embryologin.

 

Schädliche Wirkung auf das ungeborene Kind

Sollte eine Schwangerschaft eintreten, können die Inhaltsstoffe der Zigarette darüber hinaus dem ungeborenen Kind schaden. Unter anderem führt die durch den Zigarettenkonsum hervorgerufene Verengung der Gefäße dazu, dass sich die Sauerstoffzufuhr des Fötus um circa 40 Prozent verringert. Dadurch werden das Wachstum und die Entwicklung gestört. Aus diesem Grund bringen Kinder von rauchenden Müttern bei der Geburt durchschnittlich 200 Gramm weniger auf die Waage als Babys von nichtrauchenden Frauen. Des Weiteren konsumiert auch das Baby die Toxine, wenn die Mutter raucht. Dies führt häufig dazu, dass das Kind nach der Geburt unter einem Nikotinentzugssyndrom leidet.

 

Zigarettenverzicht wirkt sich positiv auf Fruchtbarkeit aus

„Wie stark das Rauchen die Fertilität beeinträchtigt, hängt davon ab, wie viel man raucht. Eine Zigarette am Tag hat sicher nicht die gleichen Auswirkungen wie eine Schachtel pro Tag. Grundsätzlich gilt aber: Je weniger geraucht wird, desto besser“, erklärt Laura van Os. „Und auch wenn das Rauchen allein nicht zur kompletten Unfruchtbarkeit führt, stellen wir immer wieder fest, dass Werte, die für die Fruchtbarkeit entscheidend sind, bei Rauchern meist schlechter sind als bei Nichtrauchern. Es ist daher ratsam, mit dem Rauchen aufzuhören, wenn man eine Familiengründung plant.

Auch wenn man schon viele Jahre raucht, wirke sich ein Zigarettenverzicht in der Regel positiv auf die Fruchtbarkeit aus. Wer schwanger werden möchte, sollte möglichst früh mit dem Entzug beginnen. „Entzugserscheinungen können Stress verursachen, die sich wiederum negativ auf die Fruchtbarkeit oder die Gesundheit des ungeborenen Kindes auswirken.“

Wichtig zu wissen ist, dass das Passivrauchen einen ähnlich negativen Einfluss auf die Fruchtbarkeit hat wie das aktive Rauchen. „Deshalb sollten beide Partner auf Zigaretten verzichten – sowohl vor als auch nach der Geburt eines Kindes“, erläutert die Embryologin. „So tut man nicht nur seinem Partner, sondern auch seiner eigenen Gesundheit und dem Baby etwas Gutes.“

 

Sie möchten wissen, was Sie außerdem tun können, um Ihre Fruchtbarkeit zu steigern? Das Team des IVF Baden-Baden berät Sie gerne. Vereinbaren Sie einfach einen Termin für ein unverbindliches Beratungsgespräch unter der Telefonnummer 0172 7122573 oder über unser Kontaktformular.



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