14 Feb Familiengründung trotz Krebserkrankung: Wie sich die Fruchtbarkeit im Falle einer fertilitätsgefährdenden Therapie erhalten lässt
Eine Krebserkrankung kann das Leben betroffener Männer und Frauen von jetzt auf gleich auf unvorstellbare Weise verändern und tiefgreifende Unsicherheit schüren. In die beträchtliche Angst vor Schmerzen, Therapien, Nebenwirkungen, körperlichen Langzeitfolgen und dem Tod mischt sich meist auch die Sorge, dass lang gehegte Lebenspläne aufgrund der Erkrankung nicht erfüllt werden können. Patientinnen und Patienten mit Kinderwunsch stehen beispielsweise vor der Frage, ob sie sich den Traum vom eigenen Baby nach der Behandlung noch erfüllen können. Wie die Reproduktionsmedizin in dieser Situation helfen kann, erfahren Sie in den folgenden Ausführungen.
Einfluss einer Krebsbehandlung auf die Fruchtbarkeit
Wenn Patientinnen und Patienten erfahren, dass sie an Krebs erkrankt sind, ist es ganz natürlich, dass ihnen zahlreiche Fragen durch den Kopf gehen. Werde ich wieder gesund? Welche Behandlungen stehen zur Verfügung? Wie wird mein Körper auf die Behandlung reagieren? Wie werde ich mich fühlen? Wie lange wird die Therapie dauern? Werde ich noch Kinder bekommen können?
Pauschal lassen sich diese Fragen nicht beantworten. Immerhin spielen hierbei zahlreiche individuelle Faktoren eine Rolle. Umso wichtiger ist es, sich mit seinem Arzt oder seiner Ärztin auszutauschen und sich über mögliche Behandlungsverfahren zu informieren. Ratsam ist es, sich in dieser Situation Freunden und der Familie anzuvertrauen, damit man diesen schwierigen Weg nicht allein gehen muss.
Falls ein Kinderwunsch gehegt wird, kann es sinnvoll sein, vor Beginn der Behandlung Kontakt zu einem Kinderwunschzentrum aufzunehmen und sich umfassend beraten zu lassen. Dies gilt insbesondere für Patienten und Patientinnen, die sich einer Chemo- oder Strahlentherapie unterziehen müssen. Da sich diese Behandlungsverfahren unmittelbar auf die Eizell- und die Samenproduktion auswirken, können sie nämlich direkten Einfluss auf die Fruchtbarkeit haben.
Betroffene Männer und Frauen sollten aber auch wissen, dass sich nicht alle Behandlungen in gleicher Weise auf die Fertilität auswirken. Ein Besuch im Kinderwunschzentrum kann in dieser Situation Klarheit schaffen. Reproduktionsmediziner und Reproduktionsmedizinerinnen können nämlich über mögliche Auswirkungen einer Krebstherapie informieren und dabei auch falsche Annahmen ausräumen.
Erhaltung der Fruchtbarkeit bei Krebserkrankung durch Kryokonservierung
Ist durch die Krebsbehandlung eine Beeinträchtigung der Ei- oder Samenzellfunktion zu erwarten, besteht in vielen Fällen die Möglichkeit, die Fruchtbarkeit durch eine Kryokonservierung zu erhalten.
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Erhaltung der weiblichen Fruchtbarkeit
Um dieses reproduktionsmedizinische Verfahren bei Frauen durchführen zu können, werden Eizellen aus den Eileitern der Patientin entnommen. Diese können anschließend eingefroren und im gefrorenen Zustand gelagert werden. Nach der Genesung lassen sich die Eizellen aufbereiten und im Labor mit Spermien befruchten. Der dabei entstehende Embryo kann anschließend in die Gebärmutter transferiert werden. Sind nicht genügend qualitativ hochwertige Eizellen vorhanden, muss vorab eine Hormonbehandlung zur Stimulation der Eierstöcke durchgeführt werden.
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Erhaltung der männlichen Fruchtbarkeit
Die Kryokonservierung eignet sich aber nicht nur für das Einfrieren von Eizellen. Auch Spermien können konserviert werden, wenn Männern eine fruchtbarkeitsbeeinträchtigende Behandlung bevorsteht. Dafür müssen die Patienten zunächst eine Samenprobe abgeben, die im Labor untersucht wird. Die geeignetsten Spermien werden anschließend eingefroren und unter optimalen Bedingungen gelagert. Sollten keine Spermien im Ejakulat vorhanden sein, besteht die Möglichkeit, mithilfe der sogenannten testikulären Spermienextraktion (TESE) Samen aus den Hoden zu entnehmen. Die Kryokonservierung kann sowohl vor einer Chemo- oder Strahlentherapie als auch vor einer Hodenentfernung durchgeführt werden. Später lässt sich die Samenprobe dann wieder auftauen und für eine künstliche Befruchtung nutzen. Auf diese Weise können Patienten ein Kind mit ihren eigenen Spermien zeugen.
Die derzeit erfolgreichste Kryokonservierungstechnik stellt die Vitrifikation dar. Hierbei handelt es sich um eine fortschrittliche Methode, bei der Ei- oder Samenzellen mithilfe von flüssigem Stickstoff besonders schnell eingefroren und bei circa -196 Grad Celsius gelagert werden. Dieses Verfahren verhindert, dass sich Eiskristalle bilden, die die Zellen zerstören. So können Reproduktionsmediziner und Reproduktionsmedizinerinnen die Befruchtungsfähigkeit der Zellen erhalten und bessere Ergebnisse erzielen als bei der traditionellen Kryokonservierung.
Behandlungsmöglichkeiten individuell abklären
Ob das Einfrieren von Ei- oder Samenzellen infrage kommt und ob weitere Behandlungsverfahren zur Verfügung stehen, sollte stets im Einzelfall abgeklärt werden. Natürlich darf die Erhaltung der Fruchtbarkeit den Verlauf der Erkrankung nicht negativ beeinflussen. Zudem muss berücksichtigt werden, wie weit der Krebs fortgeschritten ist, um sicherzustellen, dass noch genug Zeit für eine Hormonbehandlung und die Entnahme der Zellen bleibt, bevor die Krebstherapie beginnt. Wichtig ist es daher, sich ausführlich beraten und gründlich untersuchen zu lassen.
Im IVF Baden-Baden berichten uns viele Patientinnen und Patienten, dass die Kryokonservierung für eine gewisse Erleichterung und Beruhigung gesorgt habe. Zu wissen, dass auch nach der Krebsbehandlung noch die Möglichkeit besteht, eine Familie zu gründen, habe ihnen Kraft für den Kampf gegen die Erkrankung gegeben.
Sie möchten mehr über die Kryokonservierung bei einer Krebserkrankung erfahren? Im Rahmen eines unverbindlichen Beratungsgespräches beantworten wir gerne Ihre Fragen und versorgen Sie mit allen wichtigen Informationen. Vereinbaren Sie einen Termin unter der Telefonnummer 07221 7021701 oder über unser Kontaktformular.