In-vitro-Fertilisation-versus-Insemination_ Kinderwunschzentrum IVF Baden-Baden

In-vitro-Fertilisation versus Insemination: Wodurch sich die beiden Verfahren unterscheiden und für wen sie sich eignen

Wer Recherche zum Thema Kinderwunschbehandlung betreibt, stößt schnell auf die Begriffe In-vitro-Fertilisation (IVF) und Insemination. Allerdings wird nicht immer sofort ersichtlich, wie sich diese beiden reproduktionsmedizinischen Verfahren unterscheiden. Um ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen, haben wir die wichtigsten Informationen über beide Behandlungsmethoden im Folgenden für Sie zusammengefasst.

Wie unterscheidet sich die IVF von der Insemination?

Grundsätzlich handelt es sich bei der In-vitro-Fertilisation – kurz: IVF – und der Insemination um zwei Methoden der künstlichen Befruchtung. Allerdings besteht ein grundlegender Unterschied: Während beim erstgenannten Verfahren Eizellen (Oozyten) der Frau außerhalb ihres Körpers mit Spermien befruchtet werden, müssen Reproduktionsmediziner und Reproduktionsmedizinerinnen bei einer Insemination Samenzellen des Mannes in die Eileiter einsetzen, um eine Befruchtung im Körper zu ermöglichen.

Was passiert bei einer Insemination?

Liegt eine leichte bis mittelgradige Fruchtbarkeitsstörung vor, wird in der Regel erst einmal geprüft, ob eine Insemination in Betracht gezogen werden kann. Im IVF Baden-Baden umfasst diese Behandlung insgesamt drei Schritte.

Zunächst kontrolliert der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin den Menstruationszyklus der Frau mithilfe von Ultraschall- und Hormonkontrollen. Ziel ist es, den Zeitpunkt des Eisprungs (Ovulation) präzise festzulegen. Sollte der Zyklus unregelmäßig sein, kann unter bestimmten Umständen eine niedrig dosierte Hormontherapie durchgeführt werden.

Steht die Ovulation bevor, gibt der Mann eine Samenprobe ab, die in einem Speziallabor untersucht und aufbereitet wird. In einem dritten Schritt können die Spermien dann mithilfe eines Katheters in die Eileiter der Frau eingeführt werden. Dort kann dann die Befruchtung der Eizelle stattfinden.

Für wen kommt eine Insemination infrage?

Dieses minimalinvasive Verfahren birgt den Vorteil, dass die Spermien – anders als bei einer natürlichen Befruchtung – den Weg zu den Eileitern nicht selbst zurücklegen müssen. Deshalb wird die Insemination in der Regel eingesetzt, wenn Spermien die Eizelle nicht erreichen können. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn der Gebärmutterhals verengt ist oder wenn sich im Ejakulat eines Mannes zu wenige oder zu unbewegliche Spermien befinden.

Auch für lesbische Paare oder alleinstehende Frauen kann das Verfahren eine Option darstellen. In diesem Fall können die Patientinnen das dafür benötigte Sperma aus einer Samenspenderbank auswählen.

Was passiert bei einer In-vitro-Fertilisation?

Ist eine Insemination nicht geeignet, könnte unter bestimmten Umständen eine In-vitro-Fertilisation infrage kommen. Dabei werden im Labor Eizellen befruchtet, aus denen sich im Idealfall qualitativ hochwertige Embryonen entwickeln. Diese müssen zum richtigen Zeitpunkt in die Gebärmutter transferiert werden.

Um die dafür benötigten Oozyten zu erhalten, müssen sich die meisten Patientinnen zunächst einer Hormonbehandlung unterziehen. Hierbei werden die Eierstöcke stimuliert, um das Heranwachsen von Antralfollikeln (Eibläschen) und das Reifen der darin befindlichen Eizellen zu unterstützen. Verfügt eine Patientin über einen ungestörten Hormonhaushalt, ist in vielen Fällen aber auch eine Kinderwunschbehandlung im natürlichen Zyklus möglich. Auf eine Hormonbehandlung kann dann verzichtet werden.

So oder so muss der Zustand der Follikel mithilfe von Ultraschalluntersuchungen regelmäßig geprüft werden. Sobald eine bestimmte Anzahl von ausreichend großen Eibläschen vorhanden ist, erhält die Patientin eine sogenannte Auslösespritze. Diese verstärkt den Prozess der Eizellreifung noch einmal zusätzlich. Anschließend entnimmt der Experte die Oozyten unter Einsatz eines transvaginalen Ultraschalls. Der Eingriff kann unter leichter Sedierung oder Vollnarkose durchgeführt werden.

Danach erfolgt die Befruchtung der entnommenen Eizellen im Labor. Weist der Samen eine sehr gute Qualität auf, wird die aufbereitete Spermienprobe direkt mit der Eizelle in Kontakt gebracht, sodass die Samenzelle auf natürliche Weise in die Eizelle eindringen kann.

Kann dieser Prozess aufgrund niedriger Spermienqualität nicht vonstattengehen, besteht die Möglichkeit, eine intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) durchzuführen. Das heißt, dass die Eizelle per Mikroinjektion unter dem Mikroskop befruchtet wird.

Die im Labor entstehenden Embryonen müssen sich in einem Inkubator zu Blastozysten weiterentwickeln. In dieser Zeit werden sie von Embryologen kontinuierlich überwacht. Auf Basis der dabei generierten Daten können später die Embryonen mit dem größten Einnistungspotenzial ausgewählt werden. Diese werden anschließend mithilfe eines flexiblen Katheters in die Gebärmutter eingesezt. Damit eine Schwangerschaft entstehen kann, muss sich dort ein Embryo einnisten. Nach rund zehn Tagen lässt sich sicher feststellen, ob die Patientin schwanger ist.

Für wen kommt eine In-vitro-Fertilisation infrage?

Die IVF ist eine der bekanntesten Methoden der künstlichen Befruchtung und stellt für viele ungewollt kinderlose Paare die einzige Möglichkeit dar, sich den Traum von der Familiengründung zu erfüllen. Zum Einsatz kann das Verfahren beispielsweise kommen, wenn bei der Frau eine krankhafte Veränderung der Eileiter vorliegt oder wenn eine männliche Unfruchtbarkeit diagnostiziert wird. Eine In-vitro-Fertilisation kann auch eine Option darstellen, wenn eine oder mehrere Inseminationen ohne Erfolg durchgeführt wurden.

Wie lässt sich feststellen, welches Verfahren die höchsten Erfolgsaussichten verspricht?

Welches Verfahren sich für welche Patienten und Patientinnen eignet, hängt letztlich von vielen verschiedenen Faktoren ab und muss stets im Einzelfall entschieden werden. Um herauszufinden, welche Methode die höchsten Erfolgsaussichten verspricht, müssen Ärzte und Ärztinnen vorab eine gründliche Anamnese durchführen. Im IVF Baden-Baden stehen außerdem verschiedene Verfahren zur Verfügung, die bei der präzisen Diagnosestellung unterstützen können.

Gemeinsam mit dem jeweiligen Patienten oder der jeweiligen Patientin wählen unsere erfahrenen Reproduktionsmediziner und Reproduktionsmedizinerinnen die geeignetste Behandlungsmethode aus und erstellen einen maßgeschneiderten Behandlungsplan. Nur wenn letzterer auf die individuellen Bedürfnisse der Patienten und Patientinnen ausgerichtet ist, können die Chancen auf eine Schwangerschaft erhöht werden.

Sie möchten mehr über die Verfahren der künstlichen Befruchtung erfahren? Im Rahmen eines unverbindlichen Beratungsgespräches beantworten wir gerne Ihre Fragen und versorgen Sie mit allen wichtigen Informationen. Vereinbaren Sie einen Termin unter der Telefonnummer 07221 7021701 oder über unser Kontaktformular.