Informative Übersicht: Fachbegriffe aus der Reproduktionsmedizin

Wer beginnt, sich über Kinderwunschbehandlungen zu informieren, trifft in der Regel sehr schnell auf Fachbegriffe aus der Reproduktionsmedizin. Da diese allerdings nicht immer sofort erläutert werden, müssen Informationssuchende eigene Recherchen starten. Um Männer und Frauen dabei zu unterstützen, haben wir einige Begriffe, die häufig im Zusammenhang mit Kinderwunschbehandlungen genannt werden, an dieser Stelle zusammengetragen und kurz erläutert.

Assisted Hatching

Dieses reproduktionsmedizinische Verfahren kommt zum Einsatz, wenn die Embryohülle (Zona pellucida) so dick ist, dass sich der Embryo nicht von ihr lösen und in der Gebärmutter einnisten kann. Dabei wird die Membran im Rahmen einer In-vitro-Fertilisation perforiert, um dem Embryo das Schlüpfen zu erleichtern.

Eierstockverjüngung

Die Eierstockverjüngung gibt Frauen mit eingeschränkter ovarieller Reserve die Chance, mit eigenen Eizellen schwanger zu werden. Dabei werden autologe Wachstumsfaktoren aus plättchenreichem Plasma (PRP) eingesetzt, um die Follikelproduktion anzuregen.

Eizellreserve

Dieser Begriff bezeichnet die Ansammlung von Eizellen (Oozyten), die nach und nach in den Eierstöcken heranreifen und anschließend in die Eileiter entlassen werden. Wenn sie dort auf ein Spermium treffen und eine Befruchtung stattfindet, entsteht eine Schwangerschaft.

Frauen verfügen bei ihrer Geburt nur über eine bestimmte Anzahl von Oozyten. Im Laufe des Lebens wird die Eizellanzahl und damit auch die Chance auf eine Schwangerschaft immer kleiner. Wie groß die Eizellreserve einer Frau ist, lässt sich mithilfe einer Ultraschalluntersuchung und eines Bluttests überprüfen.

Endokrinologe

Ein Endokrinologe ist spezialisiert auf Erkrankungen der hormonproduzierenden Organe und Ansprechpartner bei allen Fragen rund um Hormone. Für die Reproduktionsmedizin spielt die Endokrinologie eine wichtige Rolle, da der Hormonhaushalt großen Einfluss auf die Fruchtbarkeit hat. Unter anderem lenken Hormone weibliche Zyklus- und Fortpflanzungsprozesse. Zudem regen die Botenstoffe die Spermienproduktion und -reifung an.

Hysterosalpingografie

Bei dieser Diagnoseuntersuchung wird jodhaltiges Kontrastmittel mit einem Katheter in die Gebärmutterhöhle eingeführt. Anschließend überprüft ein Radiologe mithilfe einer Röntgenaufnahme, ob die Flüssigkeit problemlos durch den Gebärmutterhals, die Gebärmutter und die Eileiter fließt. Dabei können unter anderem Gebärmutteranomalien sowie Eileiterverschlüsse oder -entzündungen festgestellt werden.

Inkubator

Im Anschluss an eine Laborbefruchtung muss sich die befruchtete Eizelle durch Zellteilung zu einem Embryo entwickeln. Erst danach kann eine Nidation gelingen. Ein Inkubator bietet gute Umgebungsbedingungen für diesen Prozess.

Das IVF Baden-Baden setzt hierbei auf einen Geri®-Inkubator mit Time-Lapse-Monitoring. Diese Technologie ermöglicht es, den Embryo bis zum Erreichen des Blastozystenstadiums (5. oder 6. Tag der Entwicklung) per Video zu überwachen und seine Entwicklung zu analysieren.

Insemination

Hierbei handelt es sich um eine Methode der künstlichen Befruchtung, bei der im Labor aufbereitete Spermien mithilfe eines Katheters in die Eileiter einer Frau eingesetzt werden. Somit wird der Weg, den die Samenzelle zurücklegen muss, um zur Eizelle zu gelangen, deutlich verkürzt. Dieses Verfahren kommt beispielsweise zum Einsatz, wenn die Spermienqualität niedrig ist oder ein Paar keinen Geschlechtsverkehr haben kann. Auch für gleichgeschlechtliche Frauenpaare und alleinstehende Frauen kann die Insemination eine Behandlungsmethode darstellen.

Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI)

Bei der ICSI handelt es sich um eine Art der künstlichen Befruchtung, bei der eine Eizelle per Mikroinjektion unter dem Mikroskop mit einem Spermium befruchtet wird. Das Verfahren kommt zum Einsatz, wenn die Eizelle aufgrund niedriger Spermienqualität nicht auf natürlichem Weg befruchtet werden kann.

In-vitro-Fertilisation (IVF)

Die IVF ist ein reproduktionsmedizinisches Verfahren. Hierbei wird die aus den Eierstöcken entnommene Eizelle zusammen mit einer im Labor aufbereiteten Samenprobe in einer Petrischale platziert. Eines der enthaltenen Spermien befruchtet dann die Eizelle ohne Eingreifen eines Labormitarbeiters. Nach einem fünf- bis sechstägigen Aufenthalt im Inkubator wird der dabei entstandene Embryo mithilfe eines flexiblen Katheters in die Gebärmutter der Patientin transferiert.

Kryokonservierung

Bei diesem Verfahren werden Eizellen oder Spermien eingefroren und im gefrorenen Zustand gelagert. Ziel ist es, die Fruchtbarkeit über einen langen Zeitraum zu erhalten. Das Einfrieren von Eizellen gibt Frauen die Chance, die Familiengründung aufzuschieben und nach ihrer fruchtbarsten Phase zu realisieren. Auch Menschen, die aufgrund einer Erkrankung oder einer notwendigen Therapie mit einer Beeinträchtigung ihrer Fruchtbarkeit rechnen müssen, können ihre Chancen auf ein eigenes Kind mithilfe der Kryokonservierung bewahren.

Magnetic Activated Cell Sorting (MACS) 

Durch das MACS können Embryologen herausfinden, welche Spermien das größte Befruchtungspotenzial aufweisen. Dabei werden tote oder nicht lebensfähige Spermien durch ein magnetisches Trennsäulensystem eliminiert und die gesunden Exemplare herausgefiltert.

Nidation

Mit dem Begriff Nidation wird die Einnistung des Embryos in die Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) bezeichnet. Dieser Schritt ist notwendig, damit sich der Embryo in der Gebärmutter zu einem gesunden Baby weiterentwickeln kann.

Nidationsblutung

Zwischen der ersten und zweiten Schwangerschaftswoche kann es sowohl nach einer natürlichen als auch nach einer künstlichen Befruchtung zu einer Nidationsblutung kommen. Diese entsteht, wenn sich ein Embryo erfolgreich in der Gebärmutterschleimhaut einnistet und dabei kleine Blutgefäße in der Gebärmutterwand verletzt. Die Ärzte des IVF Baden-Baden stellen Nidationsblutungen bei rund einem Drittel aller Patientinnen fest.

Ovulation

Ovulation ist ein anderer Begriff für Eisprung. Damit wird ein Vorgang bezeichnet, bei dem ein in den Eierstöcken einer Frau herangereifter Follikel aufspringt und eine Eizelle in den Eileiter entlässt. Dieser Prozess läuft etwa 14 Tage vor dem Beginn der Menstruationsblutung ab. Die freigesetzte Eizelle bewegt sich dann durch den Eileiter, wo sie auf ein Spermium trifft und befruchtet werden kann.

Physiologische ICSI (PICSI)

Die Physiologische ICSI ähnelt der herkömmlichen ICSI. Allerdings wird bei der PICSI vor der Mikroinjektion eine spezielle Spermienauswahl durchgeführt. Dabei wird Samenflüssigkeit zusammen mit Hyaluronsäure in einer Laborschale platziert. Dann wird überprüft, welche Spermien sich an die Hyaluronsäure binden. Dieser Vorgang deutet darauf hin, dass die betreffenden Spermien gut entwickelt sind und eine Eizelle befruchten können. Hyaluronsäure ist nämlich auch in der Hülle der Eizellen in großer Menge vorhanden.

Rezeptivitätstest

Einem Embryo bleibt nur ein kleines Zeitfenster, um sich in der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) einzunisten. Um herauszufinden, wann das Endometrium für eine Nidation bereit ist, kann ein Rezeptivitätstest durchgeführt werden.

Das Team des IVF Baden-Baden setzt hierbei auf ER Map®. Bei dieser genetischen Untersuchung der Gebärmutterschleimhautzellen wird die Genexpression von 48 Genen analysiert. Dadurch erhalten die Ärzte wichtige Informationen über das Entwicklungsstadium und damit über die Empfänglichkeit des Endometriums.

Sekundäre Infertilität    

Experten sprechen von einer sekundären Infertilität, wenn Männer und Frauen bereits Eltern sind, eine weitere Wunschschwangerschaft aber aufgrund einer Unfruchtbarkeit nicht erreicht werden kann. Diese Form der Unfruchtbarkeit kann bei Frauen und bei Männern auftreten oder beide Partner betreffen.

Spermiogramm

Bei einem Spermiogramm handelt es sich um eine Ejakulatanalyse, bei der die Konzentration, Beweglichkeit und Morphologie von Spermien untersucht wird.

Im IVF Baden-Baden werden erweiterte Spermiogramme durchgeführt, um neben den bereits genannten Faktoren zusätzliche Aspekte der Spermienfunktionalität analysieren zu können. Unter anderem sind ein DNA-Fragmentierungstest, eine Untersuchung der Zellapoptose mittels FACS-Annexin-V, ein Y-Chromosom-Mikrodeletionstest, eine Untersuchung des Ploidiegrads sowie ein Test zur Untersuchung des oxidativen Stresses enthalten.

Testikuläre Spermienextraktion (TESE)

TESE beschreibt ein reproduktionsmedizinisches Verfahren, bei dem im Rahmen eines minimalinvasiven Eingriffs Gewebe aus dem Hoden eines Patienten entnommen wird. Reproduktionsspezialisten versuchen anschließend, befruchtungsfähige Spermien aus dem Gewebestück für eine ICSI zu gewinnen. Die Behandlung wird zum Beispiel eingesetzt, wenn in der Samenprobe eines Mannes zu viele bewegungsunfähige oder keine Spermien nachgewiesen werden.

Vitrifikation

Bei der Vitrifikation handelt es sich um eine Kryokonservierungstechnik. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass Ei- oder Samenzellen mithilfe von flüssigem Stickstoff besonders schnell eingefroren und bei circa minus 196 Grad Celsius gelagert werden. Auf diese Weise wird verhindert, dass sich Eiskristalle bilden, die den Zellen schaden könnten.

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