„Es ist ein tolles Gefühl, Teil dieses Wunders zu sein“

Das Team des IVF-Baden-Baden legt großen Wert darauf, dass sich alle Patientinnen und Patienten während einer Kinderwunschbehandlung rundum wohlfühlen. Aus diesem Grund wollen wir Ängste, Stress und Sorgen so weit wie möglich reduzieren, indem wir Singles und Paare individuell betreuen und umfassend beraten. Deshalb stellen wir unseren Patientinnen und Patienten spezialisierte persönliche Assistenten zur Seite. Um Ihnen einen kleinen Einblick in deren Arbeitsalltag zu geben, haben wir unsere spezialisierte persönliche Assistentin Carola Jochim zum Interview gebeten. Mit unserer Blog-Redaktion sprach sie ausführlich über ihre Aufgaben.

Heute präsentieren wir Ihnen den zweiten Teil des Gespräches, in dem Carola Jochim erklärt, in welchen Situationen ein spezialisierter persönlicher Assistent die Patientinnen und Patienten unterstützt und welche Rolle das Wohlbefinden für die Kinderwunschbehandlung spielt.

 

Frau Jochim, wieso stellt IVF Baden-Baden allen Patientinnen und Patienten einen spezialisierten persönlichen Assistenten zur Seite?

Das IVF Baden-Baden ist im Bereich der Patientenbetreuung von Beginn an einen ganz anderen Weg gegangen als viele andere reproduktionsmedizinische Einrichtungen. Wir setzen hier auf Comprehensive Reproductive Medicine, also auf eine umfassende Reproduktionsmedizin, die neben der wissenschaftlichen Datenlage auch das Wohlbefinden der Patientinnen und Patienten berücksichtigt. Es geht hier nicht darum, Rendite zu machen. Bei uns stehen der Mensch und die Erfüllung seines Kinderwunsches im Mittelpunkt. Deshalb legen wir sehr großen Wert darauf, dass die Betreuung von Patientinnen und Patienten individuell ist.

Und hier kommen die spezialisierten persönlichen Assistenten ins Spiel: Da wir den Patientinnen und Patienten jederzeit zur Seite stehen, können wir alle Fragen auf kurzem Weg beantworten, auf ihre Bedürfnisse eingehen und sofort auf verschiedene Entwicklungen reagieren. Auf diese Weise tragen wir dazu bei, dass sie sich gut aufgehoben fühlen.

 

Wie wichtig ist das Wohlbefinden für den Erfolg der Kinderwunschbehandlung?

Aus Erfahrung wissen wir, dass das Wohlbefinden eine sehr große Rolle spielt. Viele Patientinnen und Patienten empfinden einen unerfüllten Kinderwunsch als Belastung. Manchmal haben sie bereits Behandlungen hinter sich, die fehlgeschlagen sind. Es ist wichtig, dass sie sich wohlfühlen und Vertrauen haben, damit sie den Mut nicht verlieren und nicht aufgeben.

Ich habe es schon erlebt, dass eine Patientin ihren Kinderwunsch nicht erfüllen konnte, obwohl kein medizinisches Problem festgestellt wurde. Nachdem sie bei uns war und erfahren hat, dass es Optionen wie die künstliche Befruchtung gibt, hat sie sich selbst nicht mehr so stark unter Druck gesetzt. Kurze Zeit später ist sie auf natürlichem Weg schwanger geworden. Das zeigt, dass Belastungen, Druck und Alltagsstress negative Auswirkungen haben können.

Zudem gibt es Studien, die darauf hindeuten, dass Stress zu Empfängnisproblemen führen kann. Wenn sich Paare aufgrund eines unerfüllten Kinderwunsches Stress machen, kann also ein wahrer Teufelskreis entstehen. Diesen wollen wir durchbrechen und Stressfaktoren, die Einfluss auf den Erfolg einer Therapie haben können, reduzieren, indem wir eine vertrauensvolle Atmosphäre schaffen, in der sich unsere Patientinnen und Patienten von Anfang an wohlfühlen.

 

Welche Eigenschaften und Fähigkeiten muss man als persönlicher Assistent mitbringen?

Natürlich benötigt man medizinisches Wissen. Viel wichtiger sind aus meiner Sicht aber Empathie und Geduld. Schließlich stellt ein unerfüllter Kinderwunsch für viele Patientinnen und Patienten eine Belastung dar, die mit vielen Emotionen einhergeht. Dennoch fällt es vielen von ihnen schwer, mit anderen Personen über ihren Kinderwunsch zu sprechen. Zudem kann die Behandlung an sich manchmal belastend sein. Bei Frauen, die eine Hormontherapie durchführen lassen, kommt noch eine körperliche Belastung hinzu, die Einfluss auf die Stimmung haben kann. Ihnen kann es helfen, wenn jemand an ihrer Seite steht, der verständnisvoll ist und in emotional aufgeladenen Situationen Ruhe vermitteln kann.

 

Was belastet Patientinnen und Patienten am meisten?

Aus meiner Erfahrung heraus bereitet vielen Patientinnen am Anfang die Einnahme von Medikamenten die meisten Sorgen. Vor allem das Spritzen der Hormone kostet Überwindung und macht vielen Frauen Angst. Wir können ihnen diese Angst aber in der Regel nehmen, indem wir sie von Beginn an über die Notwendigkeit und den Umgang mit Medikamenten transparent aufklären. Zudem erläutern wir, welche Möglichkeiten es gibt, wenn Nebenwirkungen auftreten sollten. Kommen zwischenzeitlich Fragen auf, kann sich die jeweilige Patientin sofort an ihre spezialisierte persönliche Assistentin wenden.

 

Gibt es einen Fall, der Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben ist?

Da gibt es sehr, sehr viele. Man denkt natürlich oft an die Patientinnen und Patienten, bei denen sich der Kinderwunsch nach langer Zeit und vielen Fehlschlägen endlich erfüllt hat. Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir vor allem eine bestimmte Patientin, die bereits sieben Versuche in verschiedenen Fertilitätskliniken hinter sich hatte, und dann aber glücklicherweise den Weg zu uns gefunden hat. Durch eine genaue Diagnose des Immunsystems und der Gebärmutterschleimhaut konnten wir den Grund für das Scheitern der Einnistung feststellen. Dadurch ist es möglich gewesen, das Protokoll für die nächste Behandlung anzupassen. Die Patientin hat nun ein wunderschönes kleines Mädchen und wir freuen uns sehr, dass wir dazu beitragen konnten, ihren Traum, Mutter zu werden, zu erfüllen.

 

Wie können Sie Patientinnen und Patienten unterstützen, wenn eine Behandlung fehlschlägt?

Wichtig ist, ihnen klar zu machen, dass es nicht ihre Schuld ist. Viele machen sich Vorwürfe und glauben, dass sie etwas falsch gemacht haben. Das stimmt aber nicht. Es passiert einfach; niemand kann etwas dafür. Zudem stehen wir gerne zur Verfügung, wenn sich jemand seine Wut oder seinen Ärger von der Seele reden möchte. Wir zeigen auch, wie man den Kopf wieder frei bekommen und ein bisschen Abstand gewinnen kann, bevor man mit der nächsten Kinderwunschbehandlung beginnt.

Außerdem versuchen wir aufzuzeigen, dass die fehlgeschlagene Behandlung unseren Ärzten möglicherweise neue Erkenntnisse liefern kann, die ihnen helfen, den Grund für die Kinderlosigkeit zu finden. So lässt sich am Ende auch etwas Positives aus der Situation ziehen.

 

Was gefällt Ihnen persönlich an Ihrem Job?

Da gibt es mehrere Dinge. Am schönsten ist es, wenn Patienten zu uns kommen und die Babys vorstellen. Ich freue mich auch immer riesig, wenn wir Fotos von den Babys bekommen. Das ist superemotional. Oft bedanken sich die Patientinnen und Patienten bei uns für die tolle Betreuung und dafür, dass wir ihnen wieder Hoffnung gegeben haben. Diese Momente geben uns viel Kraft und Motivation und helfen uns, auch an schlechten Tagen den Mut nicht zu verlieren und unseren Job mit so viel Liebe durchzuführen. Es ist einfach ein tolles Gefühl, Teil dieses Wunders zu sein.

 

Frau Jochim, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

 

Carola Jochim 

Carola Jochim arbeitet seit 2017 als persönliche Assistentin in Kinderwunschzentren. Mit ihren englischen, deutschen und spanischen Sprachkenntnissen kümmerte sie sich zunächst um die Betreuung internationaler Patientinnen und Patienten. Schnell erlangte sie medizinisches Fachwissen und wurde kurze Zeit später spezialisierte persönliche Assistentin. Seit 2019 arbeitet sie mit viel Freude und Liebe zum Detail im IVF Baden-Baden als Leiterin der Patientenbetreuung.



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