14 Feb Magnetische Spermienselektion: Embryonenqualität durch Spermienvorauswahl verbessern
Der Augenblick, in dem der Traum von der Familiengründung endlich Realität wird, zählt für Paare mit lang gehegtem Kinderwunsch sicherlich zu den glücklichsten und aufregendsten Momenten des Lebens. Ob die ersehnte Schwangerschaft eintritt, hängt jedoch von zahlreichen Faktoren ab. Eine besonders wichtige Rolle spielt zum Beispiel die Spermienqualität. Dies gilt sowohl bei einer natürlichen als auch bei einer künstlichen Befruchtung. Im IVF Baden-Baden wird deshalb vor der Durchführung einer In-vitro-Fertilisation (IVF) oder einer intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) der Spermienzustand des jeweiligen Patienten genauestens analysiert. Anschließend wählen unsere Embryologen die Gameten mit dem größten Befruchtungspotenzial aus.
Verfügt der Patient über eine hohe Anzahl apoptotischer Spermien, kann dabei die magnetische Spermienselektion zum Einsatz kommen. Hierbei handelt es sich um ein relativ neues Verfahren, das es ermöglicht, betroffene Keimzellen aus einer Samenprobe auszusortieren. Wie die Methode, die auch als Magnetic Activated Cell Sorting (MACS) bekannt ist, funktioniert und wann diese durchgeführt wird, haben wir im Folgenden für Sie zusammengefasst.
Apoptotische Spermien aussortieren
Besteht der Verdacht, dass die Spermienqualität für einen unerfüllten Kinderwunsch verantwortlich sein könnte, wird in der Regel zunächst ein Spermiogramm durchgeführt, bei dem die Konzentration, die Beweglichkeit und die Morphologie der männlichen Keimzellen untersucht werden. Da noch viele weitere Faktoren die männliche Fruchtbarkeit beeinflussen können, gehen wir im IVF Baden-Baden noch einen Schritt weiter und führen ein erweitertes Spermiogramm durch. Dabei werden zusätzliche Aspekte der Spermienfunktionalität untersucht. Bestandteil des Diagnoseverfahrens ist zum Beispiel ein Zellapoptosetest.
Der Begriff Apoptose bezeichnet den programmierten Zelltod, von dem die meisten Zellen des Körpers betroffen sind. Das heißt, unsere Zellen werden bereits bei ihrer Bildung darauf eingestellt, zu sterben. Weisen Spermien DNA-Schäden auf, kann es passieren, dass sie deutlich früher sterben als üblich und bereits kurz nach der Entstehung nicht lebensfähig sind.
„Apoptotische Spermien können grundsätzlich in jeder Spermaprobe vorhanden sein. Ein Anteil von über 30 Prozent weist jedoch auf ein Problem hin. Sind zu viele dieser sterbenden Exemplare vorhanden, ist die Fruchtbarkeit des Mannes beeinträchtigt“, erklärt Laura van Os, Embryologin im IVF Baden-Baden. „Eine hohe Apoptoserate kann verschiedene Gründe haben. Unter anderem kommen systemische Krankheiten oder ein ungesunder Lebensstil als Ursachen infrage.“
Spermien mit dem größten Befruchtungspotenzial auswählen
Ist der Apoptoseanteil hoch, kann es sinnvoll sein, eine magnetische Spermienselektion durchzuführen, um möglichst viele apoptotische Spermien vor der künstlichen Befruchtung aus dem Ejakulat herauszufiltern. Dieses Verfahren ist deutlich effektiver als das manuelle Aussortieren mithilfe eines Mikroskops. „Da sich viele der betroffenen Spermazellen bewegen und noch einige Stunden gesund aussehen, lässt sich mit bloßem Auge nicht immer zweifelsfrei erkennen, bei welchen Exemplaren eine Apoptose vorliegt“, sagt die Embryologin. „Um sicherzugehen, dass im Rahmen einer In-vitro-Fertilisation die Spermien mit dem größten Befruchtungspotenzial eingesetzt werden können, sollten apoptotische Zellen jedoch aussortiert werden.“
Proteine ziehen apoptotische Spermien an
Bei der magnetischen Spermienselektion wird die Spermaprobe des Patienten durch ein Säulensystem geleitet, das von einem Magnetfeld umgeben ist. Die eingesetzten Säulen sind mit dem Molekül Annexin V beschichtet, das die apoptotischen Spermien wie ein Magnet anzieht. Der Grund: Die Membran von sterbenden Spermien ist mit dem Protein Phosphatidylserin überzogen, das sich mit Annexin V verbindet. Nichtapoptotische Zellen mit hoher Befruchtungsfähigkeit passieren das Molekül hingegen problemlos. Die Spermien, die am Ende nicht gebunden sind, können dann eingesetzt werden, um Eizellen im Rahmen einer In-vitro-Fertilisation oder einer intrazytoplasmatischen Spermieninjektion zu befruchten.
Gründliche Voruntersuchungen durchführen
„Durch die Vorauswahl sorgen wir dafür, dass auch im Falle einer hohen Apoptoserate qualitativ hochwertige Spermien zum Einsatz kommen“, erläutert Laura van Os. „Auf diese Weise kann die Qualität der im Labor entstehenden Embryonen und damit auch die Befruchtungschance erhöht werden.“
Ob die Durchführung der magnetischen Spermienselektion sinnvoll ist oder ob für den jeweiligen Patienten gegebenenfalls ein anderes Selektionsverfahren infrage kommt, muss stets im Einzelfall entschieden werden. Voraussetzung ist immer eine gründliche Voruntersuchung und eine präzise Diagnose. So wird sichergestellt, dass die richtigen Maßnahmen ergriffen werden können, um die Chancen auf eine Schwangerschaft zu erhöhen.
Sie möchten mehr über die magnetische Spermienselektion erfahren? Im Rahmen eines unverbindlichen Beratungsgespräches beantwortet das Team des IVF Baden-Baden gerne Ihre Fragen. Vereinbaren Sie einfach einen Termin unter der Telefonnummer 0172 7122573 oder über unser Kontaktformular.