Kryokonservierung eizellen, samenzellen einfrieren

Die Familiengründung aufschieben: Mithilfe der Kryokonservierung die Fruchtbarkeit bewahren

Die Gestaltung der Familienplanung hängt stets von ganz individuellen Faktoren und persönlichen Lebensentwürfen ab. Allerdings kommt es auch immer wieder vor, dass unvorhergesehene Ereignisse die Realisierung der gesetzten Ziele verhindern. Ein aktuelles Beispiel stellt die sich ausbreitende Coronavirus-Pandemie dar: Aufgrund der damit verbundenen finanziellen Unsicherheiten haben sich bereits zahlreiche Frauen und Männer entschieden, eine geplante Familienvergrößerung auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Doch schon vor der Corona-Krise stieg das durchschnittliche Alter Erstgebärender in Deutschland stetig an. Die Gründe für diese Entwicklung sind vielfältig. Häufig möchten Eltern zuerst gefestigt im Berufsleben stehen oder finanzielle Sicherheit schaffen, bevor sie ihr erstes Kind bekommen. Andere warten auf den richtigen Partner oder haben in den 20er- und 30er-Lebensjahren keinen akuten Kinderwunsch.

Einfluss des Alters auf die Fruchtbarkeit

Allerdings darf bei der Familienplanung nicht außer Acht gelassen werden, dass das Alter Einfluss auf die Fruchtbarkeit hat: Die fruchtbarste Phase einer Frau liegt zwischen dem 20. und 35. Lebensjahr. Dabei sinkt die Wahrscheinlichkeit, auf natürliche Weise schwanger zu werden, jedes Jahr um fünf Prozent. Schließlich nehmen mit steigendem Alter die Qualität und die Quantität von Eizellen stetig ab. Bei Männern ist das Alter ebenfalls von Bedeutung: Ab dem 40. Lebensjahr sinken nämlich auch die Anzahl und die Qualität von Spermien.

Dank der Kryokonservierung sind wir heute aber in der Lage, die Fruchtbarkeit länger zu erhalten. Bei diesem Verfahren, das als großer Fortschritt im Bereich der Reproduktionsmedizin gilt, werden Ei- oder Samenzellen eingefroren, um Frauen und Männern die Möglichkeit zu geben, den individuell besten Zeitpunkt für die Gründung ihrer Familie selbst festzulegen. Auch Menschen, die aufgrund einer Erkrankung, einer notwendigen Therapie oder der Einnahme von Medikamenten mit einem Fruchtbarkeitsverlust rechnen müssen, können ihre Chancen auf ein eigenes Kind mithilfe der Kryokonservierung bewahren.

Mithilfe der Kryokonservierung Eizellen einfrieren

Entscheiden sich Frauen für dieses Verfahren, werden Eizellen aus den Eierstöcken entnommen und anschließend eingefroren. Bevor es angewendet werden kann, müssen unsere Fertilitätsspezialisten mithilfe einiger Voruntersuchungen die Qualität und die Quantität der Eizellreserve bestimmen. Ist die Anzahl der Eizellen zu niedrig, werden der Patientin über einen Zeitraum von 10 bis 13 Tagen Hormoninjektionen verabreicht, um die Eierstöcke zu stimulieren. In dieser Zeit führen wir regelmäßig Ultraschalluntersuchungen durch, damit wir die Entwicklung und das Wachstum von Follikeln (Eibläschen) in jedem Eierstock überwachen können. In jedem Eibläschen befindet sich eine Eizelle.

Haben sie die optimale Größe für die Entnahme erreicht, wird der Eisprung eingeleitet und eine Follikelpunktion durchgeführt. Dabei entnehmen wir mithilfe eines vaginalen Ultraschalls die Eizellen. Da der Eingriff unter Narkose stattfindet, spürt die Patientin keine Schmerzen. Anschließend folgt die Kryokonservierung, bei der die gewonnenen Eizellen bei einer Temperatur von -196° C in flüssigem Stickstoff konserviert werden. Die Eizellen können dann ohne zeitliche Begrenzung eingefroren bleiben. Sobald die Patientin eine Familie gründen möchte, werden die Eizellen aufgetaut, im Labor mit Spermien befruchtet und in ihre Gebärmutter übertragen.

Männliche Fruchtbarkeit durch das Einfrieren von Samenzellen erhalten

Von der Kryokonservierung können auch Männer profitieren: Um die männliche Fruchtbarkeit zu erhalten, werden mithilfe des Verfahrens Samenzellen eingefroren. In diesem Fall erfolgt im ersten Schritt eine Samenuntersuchung, bei der die Konzentration, die Anzahl und die Morphologie der Spermien analysiert werden. Nach der Auswertung der Ergebnisse führen wir ein erweitertes Spermiogramm durch. Es besteht aus einem DNA-Fragmentierungstest, einer Untersuchung der Zellapoptose, einem Y-Chromosom-Mikrodeletionstest, einer Untersuchung des Ploidiegrades und einem Test zur Untersuchung des oxidativen Stresses. Damit stellen wir fest, ob die Samenprobe für eine Kryokonservierung geeignet ist. Fällt das Ergebnis positiv aus, steht dem Einfrieren der Spermien nichts im Wege.

Keine Qualitätsbeeinträchtigung durch Kryokonservierung

Einen Qualitätsverlust müssen Sie dabei nicht befürchten: Ganz gleich, ob Ei- oder Samenzellen eingefroren werden, die Kryokonservierung wirkt sich nicht negativ auf die Zellen aus. Unsere Experten empfehlen aber, das Verfahren zwischen dem 20. und dem 30. Lebensjahr durchführen zu lassen, da die Qualität der Zellen mit zunehmendem Alter sinkt. Eine Garantie, dass eine Schwangerschaft nach der Kryokonservierung eintritt, kann grundsätzlich jedoch nicht gegeben werden, da diese von vielen weiteren Faktoren zum Zeitpunkt der Befruchtung und Transplantation abhängt. Aus der Erfahrung heraus gehen die Fertilitätsexperten des IVF Baden-Baden aber davon aus, dass die Anzahl der entnommenen Eizellen einen positiven Einfluss auf den Eintritt einer Schwangerschaft haben kann.

Die Kryokonservierung eignet sich somit für Männer und Frauen, die den richtigen Zeitpunkt für eine Familiengründung festlegen möchten, ohne sich von der biologischen Uhr unter Druck setzen zu lassen. Zudem kann auf diese Weise vorgesorgt werden, falls Erkrankungen oder bevorstehende Therapien die Fruchtbarkeit bedrohen.

Sie möchten mehr über die Kryokonservierung erfahren? Wir informieren Sie gerne ausführlich über das Verfahren und beantworten alle aufkommenden Fragen. Vereinbaren Sie einfach einen unverbindlichen Beratungstermin in unserem Kinderwunschzentrum. Sie erreichen uns unter der Telefonnummer 07221-7021701 oder kontaktieren Sie uns über das folgende Formular.