Adenomyose

Familiengründung trotz Adenomyose: Wie sich die Erkrankung diagnostizieren und behandeln lässt

Eine Adenomyose kann das Leben betroffener Patientinnen auf drastische Weise beeinträchtigen. Nicht selten verursacht die gynäkologische Erkrankung starke Blutungen und Menstruationsschmerzen; unter Umständen führt die Gebärmutterkrankheit sogar zur Unfruchtbarkeit. Dennoch ist in der Gesellschaft nur wenig über das Krankheitsbild bekannt. Das liegt unter anderem daran, dass die Erkrankung meist lange Zeit unerkannt bleibt. Dank der Fortschritte im Bereich der Ultraschalltechnik lässt sich die Adenomyose heutzutage jedoch viel einfacher diagnostizieren als noch vor wenigen Jahren.

Häufig wird die Erkrankung im Rahmen von Kinderwunschbehandlungen entdeckt, da sie Veränderungen in der Gebärmutter hervorruft und den Einnistungsvorgang des Embryos beeinträchtigen kann. Letzteres führt dazu, dass eine erwünschte Schwangerschaft auf natürlichem Weg nicht erreicht wird oder dass bei einer künstlichen Befruchtung wiederkehrende Implantationsfehler auftreten.

Um Patientinnen und Patienten über die Gebärmuttererkrankung aufzuklären, haben wir die wichtigsten Informationen über Adenomyose im Folgenden zusammengefasst.

Was ist Adenomyose?

Liegt eine Adenomyose vor, tritt Gewebe aus der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) in der Gebärmuttermuskelschicht (Myometrium) auf. Während der Menstruation verdickt sich das im Myometrium sitzende Gewebe und blutet auf ähnliche Weise wie die Gebärmutterschleimhaut.

Experten schätzen, dass eine von zehn Frauen im Alter zwischen 35 und 50 Jahren an Adenomyose leidet. Die Erfahrung der Ärzte im IVF Baden-Baden hat in den letzten Jahren aber gezeigt, dass die Erkrankung auch bei jüngeren Patientinnen auftritt.

Letztlich kann jede Frau, die ihre Periode bekommt, eine Adenomyose entwickeln. Viele Menschen leiden sogar unter der Erkrankung, ohne es zu wissen.

Wie unterscheidet sich eine Adenomyose von einer Endometriose?

Wer sich über die Adenomyose informiert, begegnet meist auch dem Begriff Endometriose. Viele Patientinnen kommen daher mit der Frage auf uns zu, ob und wie sich die beiden Erkrankungen unterscheiden lassen.

Tatsächlich wird die Adenomyose in der Gynäkologie und Reproduktionsmedizin oft als innere Endometriose bezeichnet. Allerdings handelt es sich um zwei verschiedene Erkrankungen, die unterschiedliche Behandlungsverfahren erfordern. Eine genaue diagnostische Abklärung ist daher äußerst wichtig.

Um den Unterschied zu verstehen, müssen wir unseren Blick zunächst auf zwei der insgesamt drei Gebärmutterschichten werfen:

  • Das Endometrium

Hierbei handelt es sich um die innere Schicht der Gebärmutter. Diese wird während des Zyklus auf die Einnistung eines Embryos vorbereitet. Findet keine Einnistung statt, wird diese Schicht abgelöst und durch die Menstruation aus dem Körper befördert.

  • Das Myometrium

Mit dem Begriff Myometrium wird die Schicht der Gebärmutterwand bezeichnet, die aus glatter Muskulatur besteht. Diese ist für die Uteruskontraktionen während der Geburt und der Menstruation verantwortlich.

Bei Endometriose tritt Gebärmutterschleimhautgewebe außerhalb der Gebärmutter auf. Das führt zu entzündlichen Verwachsungen an anderen Organen.

Im Gegensatz dazu gelangen bei der Adenomyose Endometriumzellen nur in das Myometrium. Das heißt, die Zellen befinden sich in der Schicht, die zwischen dem Endometrium und der äußeren Schicht der Gebärmutter (Perimetrium) positioniert ist.

Auf den ersten Blick ähneln sich die Krankheiten somit tatsächlich, da in beiden Fällen das Gewebe der Gebärmutter und die Gebärmutterschleimhaut eine Rolle spielen. Allerdings sind unterschiedliche Bereiche der Gebärmutter betroffen. Daher sollten Endometriose und Adenomyose als unterschiedliche Krankheiten anerkannt und entsprechend behandelt werden.

Welche Adenomyosearten gibt es?

Je nach Größe und Verbreitung der Adenomyoseherde unterscheidet man zwischen zwei Arten:

  • Fokal

Diese Art wird auch Adenomyom genannt. Es tritt in Form von Tumoren innerhalb des Myometriums auf.

  • Diffus

Hierbei handelt es sich um die häufigste Art der Adenomyose. Diese betrifft einen großen Teil des Myometriums und führt dazu, dass die Gebärmutter übermäßig vergrößert wird.

Darüber hinaus kann je nach Lage des Endometriumgewebes im Myometrium zwischen oberflächlicher und tiefer Adenomyose unterschieden werden.

Welche Symptome verursacht die Adenomyose?

Die Erkrankung verläuft in vielen Fällen asymptomatisch. Aus diesem Grund war es lange Zeit sehr schwierig, eine Adenomyose zu diagnostizieren. Hinzu kommt, dass viele der damit einhergehenden Beschwerden auch bei anderen gutartigen gynäkologischen Erkrankungen wie Endometriose, Uterusmyomatose oder Uteruspolypen auftreten können.

Am häufigsten lassen sich jedoch folgende Symptome feststellen:

  • Schmerzen im Beckenbereich,
  • Dysmenorrhö,
  • Blutungen, die nicht von der Menstruation stammen,
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und
  • Unfruchtbarkeit.

Welche Diagnoseverfahren stehen zur Verfügung?

Besteht der Verdacht, dass eine Adenomyose vorliegt, sprechen die Ärzte des IVF Baden-Baden zunächst ausführlich mit der jeweiligen Patientin über ihre Symptome. Schließlich kann das Auftreten bestimmter Beschwerden die Diagnosestellung erleichtern.

Um eine Adenomyose zweifelsfrei feststellen zu können, werden jedoch Ultraschallverfahren benötigt. Mithilfe eines transvaginalen 2D-Ultraschalls lässt sich beispielsweise untersuchen, ob der Uterus aufgrund einer Adenomyose vergrößert ist. Zur Bestätigung der Diagnose ist oft auch eine Magnetresonanztomographie (MRT) notwendig.

Wichtig ist es außerdem, zu Beginn der Behandlung eine umfassende Anamnese durchzuführen. Nur so lässt sich feststellen, ob die Adenomyose wirklich für die Unfruchtbarkeit einer Patientin verantwortlich ist oder ob weitere Erkrankungen vorliegen.

Wie wirkt sich die Adenomyose auf die Fruchtbarkeit aus?

Die Erkrankung kann zu Eileiterschwangerschaften führen, die Einnistung des Embryos in der Gebärmutter beeinträchtigen oder ein Implantationsversagen bei einer künstlichen Befruchtung nach sich ziehen.

Darüber hinaus ist es möglich, dass der Hormonhaushalt gestört ist, da die Östrogenmenge bei einer Adenomyose erhöht sein kann. Dieses Hormon ist für die Regulierung des Menstruationszyklus sowie für die Funktion des weiblichen Fortpflanzungssystems verantwortlich und hat daher auch Einfluss auf die Fruchtbarkeit.

Welche Kinderwunschbehandlungen werden bei vorliegender Adenomyose empfohlen?

Dass Patientinnen, die unter einer Adenomyose leiden, schwanger werden, ist nicht ausgeschlossen. Klappt es auf natürlichem Weg nicht, kann das IVF Baden-Baden einige Behandlungsoptionen aufzeigen.

Bei betroffenen Frauen muss die Gebärmutter jedoch zunächst auf eine Kinderwunschbehandlung vorbereitet werden. Deshalb empfehlen die Ärzte des IVF Baden-Baden die Durchführung einer ovariellen Stimulation. Dadurch sollen Eizellen gewonnen werden, die später im Rahmen einer In-vitro-Fertilisation im Labor befruchtet werden können. Der Embryo mit dem größten Einnistungspotenzial wird anschließend in die Gebärmutter der Frau transferiert.

Möglich ist es außerdem, die Eizellen einzufrieren und eine Behandlung zu einem späteren Zeitpunkt in Betracht zu ziehen, um erst einmal die Erkrankung zu behandeln. Die Verabreichung von Kontrazeptiva oder Östrogenrezeptormedikamenten kann beispielsweise eine gute Option sein, um die Symptome der Adenomyose zu lindern. In einigen Fällen wird das Hormon Gonadoliberin (GnRH) verabreicht.

Was sollte man bei einem Adenomyoseverdacht tun?

Wenn Sie eines der oben genannten Symptome feststellen, wenden Sie sich an einen spezialisierten Gynäkologen. Schmerzen, die Sie im Alltag behindern, sollten unbedingt ärztlich untersucht werden. Besteht ein unerfüllter Kinderwunsch kann ein Besuch im Kinderwunschzentrum sinnvoll sein. Das Team des IVF Baden-Baden zeigt Ihnen gerne geeignete Diagnoseverfahren und Behandlungsoptionen auf, um die Chancen auf eine Schwangerschaft bei vorliegender Adenomyose zu erhöhen.

Sie möchten mehr über Adenomyose erfahren? Im Rahmen eines unverbindlichen Beratungsgespräches beantwortet das Team des IVF Baden-Baden gerne Ihre Fragen. Vereinbaren Sie einen Termin unter der Telefonnummer 07221 7021701 oder über unser Kontaktformular.